Den Schweinehund besiegt

Schilderungen einer spontanen Crossrunde rund um Peine

Ich mag ja Nebel, Dunkelheit und die ruhige Stimmung, die dadurch entsteht und gestern bin ich spontan um 16:30 Uhr auf den Crosser gekrabbelt und die Strecke vom Sonntag in umgekehrter Richtung abgefahren.
Zunächst herrlich, im Halbdunkel bei dem immer dichter werdenden Nebel über Waldwege, Schotterpisten zu fahren, wurde es dann auf dem ersten Trail schon einigermaßen mulmig. Man sieht im Lichtkegel des Lenkerscheinwerfes ca. 3 - 5m voraus, stark abgegrenzt wie abgeschnitten 2m breit und dann nur Finsternis. Die Helmlampe leuchtet auch nur wenige Meter in dem Wald hinein, was sich hinter dem diffusen „Unlicht“ verbirgt, bleibt unbekannt. Ab und zu ein Geräusch, ein Knarzen oder auch ein Trappeln eines Tieres.
Ab dem 2ten Trail, es war bereits stockfinster, dann einige Begegnungen der unbekannten Art. Ich fuhr durch Matsch, der bedrohlich schwarz aussah und auch so gar nicht nach Matsch roch, eher nach „Scheiße“. Scheiße, dachte ich mir, Rehe? Die würden mich zwar erschrecken, aber dann wahrscheinlich abhauen. Wildschweine! Oh ja, bei uns? Kann das sein? Was macht man, wenn man einem oder mehreren Wildschweinen im Dunklen in deren Revier begegnet? Keine Ahnung, besser nicht dran denken, weiter fahren, auf Wurzeln und Steine achten, bloß keinen Plattfuß einhandeln.

Der kam dann im nächsten Trail, eigentlich super fahrbar und bei Tageslicht einer derjenigen, die man durchaus mal „voll“ nimmt, aber mit 3m Sichtweite? Auf nassem Laub, aufgeschichtet auf 30cm Tiefe? Nö, dafür dann der Plattfuß. Helmlampe sei Dank, schnell den Schlauch wechseln und weiter.
Über lange und gerade Waldautobahnen, einigen asphaltierten Feldwegen zum letzten Trail des Abends.
Durch eine beinah zugewachsene, händehandtuchbreite Einfahrt ab in ein schwarzes Loch, das nur durch die Helmlampe zumindest soweit ausgeleuchtet war, dass ich die Rehe vor mir noch stehen, dann wild trampelnd weglaufen sah. Was für ein Anblick, diesen Tieren dort zu begegnen, wo sie zuhause sind und sie aus 5m Entfernung beinah anfassen zu können. Wunderschön, romantisch, unheimlich, beinah surreal. Ein Erlebnis, dass ich kein zweites Mal erleben möchte, denn das würde es einer Einmaligkeit und seinem Zauber berauben.
Der Trail dann im Rausch des soeben gesehenen...wie in einem Film, in dem ich mich selbst sah, holperte ich über Wurzeln, Steine und über den weichen, nebelnassen Waldboden.
Nach etwas über 2 Stunden war ich wieder daheim, grelles Licht aus den Halogenlampen in der Küche konkurriert mit der roten LED der Kaffeemaschine..,.Zivilisation, Technik...ich hatte euch nicht vermisst...

…Lieber Wald, ich komme in Frieden, aber ich werde wieder kommen zu dir, mit dem Crossrad, im Dunklen, allein, nur du und ich…


Das Ganze wurde auch bei Helmuts-Fahrrad-Seiten gewürdigt:

http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/viewtopic.php?t=6177

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Kleintierpraxis an der Oker, BS
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